Mein Jakobsweg in Deutschland

Den ersten Teil der Via Imperii lief ich im Mai 2016 von Stahnsdorf bei Berlin nach Kemberg in Sachsen-Anhalt. Also irgendwie mittendrin im Jakobsweg. Dieses Jahr werde ich den Weg komplett pilgern. Von Stettin/ Polen nach Stahnsdorf. Dann weiter von Kemberg über Leipzig nach Nürnberg. Dort endet dann der Jakobsweg Via Imperii(Reichsstrasse). Weiter geht es dann Richtung Rom. Ich werde dann einen neuen Blog schreiben. Aber erstmal von Stettin nach Stahnsdorf. Das sind circa 280 km. Quasi als warmup für die 1.500 km über die Alpen nach Rom. Problem: eventuell muss ich nochmals pausieren. Ich habe noch Drähte in der linken Hand und die müssen raus. Aber wie schon erwähnt… ich bin nicht auf der Flucht, niemand treibt mich an. Ich habe alle Zeit der Welt. Außerdem möchte ich auf dem Jakobsweg etwas Gewicht verlieren (so ungefähr 22 kg) und mich selbst von Morphium entwöhnen. Eine Herkulesaufgabe die aber zu schaffen ist. Bis dahin meine lieben 😊. Morgen ( 24.05.2017 ) fahre ich mit dem Bus nach Stettin übernachte dort und werde am 25.05.2017 loslaufen .

24.Mai 2017

Angekommen in Stettin. Ich bin gerade am einchecken im Hotel, klingelt das Telefon. Ist die Schmerzklinik dran. Ich soll übermorgen früh meine Schmerzreha beginnen. … und nun? Muss ich ja wohl leider machen. Sonst gibt das Ärger mit der Versicherung. Also morgen Abreise nach Berlin zur Reha. Also war mein Jakobsweg mit An- und Abreise ganze 12 Stunden lang. Zurückgelegte  Strecke: 300 Meter. War ja nicht so doll. Ok nach der Reha geht es dann weiter. Den ersten Stempel aus Stettin habe ich auch schon.

Nun möchte ich endlich loslaufen. Klappt wieder nicht. Nun soll ich am 13.07.2017 ins Krankenhaus zur Materialentfernung.

13.Juli 2017

OP Tag. Material wurde entfernt. Allerdings muss ich 7 Tage hierbleiben wegen der CRPS Prophylaxe.

14. Juli

Heute früh Visite. Der Arzt sagt das es besser ist wenn ich 3 Wochen hierbleibe zur komplexen Handtherapie. Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll. Ich bin erstmal nur sauer das ich nicht lospilgern kann. Aber es hilft ja nichts. Wenn es mit meiner Hand gut werden soll, dann muss ich da durch. Am 2.September heiratet meine Tochter, dann am 6. September muss ich zur Schulung für die Bundestagswahl. Und am 17. September bin ich in meinem Wahlbezirk als Wahlvorstand eingeteilt (ist Bürgerpflicht). Dadurch pausiere ich nochmals 3 Wochen.

15.Oktober 2017

Nun aber los!

Alles ist erledigt, Svenja hat ihren Sascha geheiratet , alles andere ist da Nebensache.

Morgen früh um 6:00 geht es mit dem Bus 🚌 nach Stettin. Um ca. 11:00 Uhr laufe ich dann los. Gleich die erste Etappe hat es in sich.

Tag 1, 16. Oktober 2017<br<br
artz.                                                                                                                    Um meine heutige Strecke auf Runtastic zu verfolgen, klicke hier! Die ersten 9 km sind so furchtbar zu laufen, man läuft eigentlich nur durch Industriegebiete. Es ist dreckig es stinkt es ist extrem gefährlich Kaum Bürgersteige an einer von LKWs viel befahrenen Strasse. Es gibt keinerlei Hinweise oder Pilgerzeichen, Ausschilderungen ( auf den ganzen Weg ) bis nach Deutschland.

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ich jetzt gelaufen. Ich mache gerade eine kleine Pause. Es gibt nichts zu kaufen, es gibt keine Supermärkte,Läden usw. Es gibt keine Tankstellen, es gibt rein gar nichts ,also wenn man diesen Weg läuft dann muss man wirklich alles mitnehmen ich habe nur 1 l Wasser dabei, muss mir das gut einteilen.<br<br
ppe der Via Imperii …. den Laufen wirklich nur Leute die richtig was verbrochen oder richtig was auf dem Kerbholz haben.

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zt direkt vor Amazon und hoffe im nächsten Ort vielleicht 1 km entfernt etwas zu trinken zu bekommen oder vielleicht sogar was zu essen, sonst habe ich ein kleines Problem.

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und prompt verlaufen. Habe dann eine Abkürzung über ein Feld an der polnischen deutschen Grenze genommen 😊 und meine Kilometer wieder richtig gestellt. Die letzten Kilometer waren .. wenn auch gefährlich… richtig schön.

mich jedenfalls) bis auf die Kirche und dem Pilger Stein davor nicht. Ich würde dort hinfahren Pilgerpass stempeln ( Stempel liegen dort aus ) und mit dem Bus die ersten 20 km fahren. Die letzten 5 km in Polen und die ersten Kilometer in Deutschland waren wirklich schön. Das Etappenziel Gartz ist mit seinen 40 Kilometern nur was für Masochisten .
rge in Mescherin direkt an der Oder namens Altes Zollhaus.


chtung Schwedt. Mal sehen wie weit ich komme.

( von mescherin nach berlin füge ich später ein )

13.06.2018

7 Etappe

Von Kemberg nach Bad Düben

Nachdem ich nun wieder mal ein paar Tage Zeit habe laufe ich von Kemberg ( wo ich 2016 aufgehört habe ) in Richtung Bad Düben. Bei bewölkten Himmel und 19 Grad genau das Wetter um wieder in die Gänge zu kommen. 27 km sollten zu schaffen sein.

Heute früh 4:00 aufstehen, 6:10 bis nach Ludwigsfelde, Regionalbahn nach Wittenberg und zum Schluss noch mal den Bus nach Kemberg.

Ich bin um 8:30 in Kemberg losgelaufen. Ganze 920 Meter gepilgert, bis zum Supermarkt zur 1. Kaffeepause 😊. Mein Pilgerführer schreibt, der Weg dauert 6,5 Stunden. Ich muss erst mal den Jakobsweg finden und dann los.

13. 24. Oktober 2018

Von Bad Düben Richtung Leipzig

Es ist regnerisch und kühl.

Heute früh bin ich von zuhause im Weberviertel in Potsdam Babelsberg um 0:30 Uhr losgelaufen, erstmal 2 Kilometer zur Nachtbus Haltestelle, 4 x umsteigen bis ich dann um 3:40 Uhr dann am zentralen Omnibusbahnhof war. Eine andere Möglichkeit wäre ein Taxi gewesen. Da das aber mit ca. 70€ genauso teuer wäre wie ein Flug von Berlin nach Gran Canaria, steige ich dann doch lieber 4 x um.

Um 8:00 Uhr in Leipzig angekommen und um 10:00 Uhr in Bad Düben. Noch einen Kaffee und dann pilgere ich los.

Bin dann losgepilgert… Wind von vorne … aber sowas von heftig. Und egal in welche Himmelsrichtungen ich auch ging, der Wind kam immer von vorne.

Landschaftlich war es meistens schön. Und nur zwei mal verlaufen. In Wölkau ( ein ganz kleines Kaff mit vielleicht 200 Einwohnern gibt es sogar ein Hotel, die einzigen Zimmer die noch frei waren sollten „ ab „ 236 € !!!! Aufwärts kosten. In der Pampa von Sachsen! Muss man sich mal vorstellen. Also sitze ich nun an der Haltestelle und warte auf den Bus nach Leipzig. Schlafe da in einem Hostel für ein Zehntel des Preises.

Eigentlich wollte ich ab heute mal eine Weile kein Bier trinken…. nun will ich ab morgen mal eine Weile kein Bier trinken

14 Etappe 25. September 2018.

heute früh laufe ich von Leipzig Richtung Rötha. Ich habe verschlafen und mich plagt eine Blase am rechten Fuß. Ich brauche neue Einlegesohlen. Meindl Schuhe sind zwar gut, aber nicht die Einlegesohlen. Also erstmal einen Outdoor Laden suchen.

Keine Sohlen bekommen. Hole mir jetzt meinen Leipziger Pilgerstempel und laufe dann los. Leipzig ist richtig schön.

Weit bin ich jetzt kurz vor 14:00 nicht gekommen. Hab gerade mal 8 Kilometer ( + 5 aus Leipzig ) auf der Uhr. Die Blase hab ich im Griff, nicht aber die Knie. Bin froh heute wenigstens 10 bis 15 km von Leipzig wegzukommen.

Bin jetzt in Markkleeberg und genieße ein Stück Käsekuchen und Kaffee im Café„ Brot und Kees „Trotz Knieprobleme komme ich gut voran. Die Knieprobleme sind Überanstrengung, war gestern wohl zuviel. Gegenwind und 13 kg auf den Rücken. Dann mal wieder Übergewicht, das läppert sich.

Nun bin ich doch tatsächlich in Rötha angekommen. Ich hatte am frühen Nachmittag vorsorglich schon mal bei den drei Pilgerherbergen die im Pilgerführer stehen angerufen. Die kirchliche hat Betriebsferien, die zweite vermietet schon lange nicht mehr und die dritte hatte offen und was frei. Dann wurde ich gefragt wieviel Nächte ich bleibe. Ich sagte eine, ich bin ja pilgern. Die Antwort von dem Herren: alles belegt. Dann hat er aufgelegt. Soviel zu Pilgerherbergen. Dann versuchte ich es über Booking.com. Da gab es doch tatsächlich in Rötha ein Aparthotel was für 35€ noch ein Zimmer hat. Ich sofort gebucht. Als ich in Rötha ankomme und dieses Hotel sehe, dachte ich nur „ willkommen in der DDR „ Plattenbau 70er Jahre“. Aber innen dann doch ganz schön. Ich frage an der Rezeption nach Essen. Sagt der Rezeptionist das das Restaurant Betriebsferien hat, auch Getränke gibt es nicht. Aber er gab mir dann einen Flyer von einen Dönerimbiss, nur 20 Minuten zu Fuß. Ja an den bin ich vorbei gekommen. 1,5 Kilometer entfernt. Nach fast 30 Kilometern laufen hab ich keine Lust mehr. Ich habe ja noch 1 Liter Evian und ein trockenes Brötchen. Muss reichen bis zum Frühstück.

15 Etappe 26.September 2018

Strahlend blauer Himmel und kalt.

Heute geht es von Rötha nach Wyhra. Zuerst musste ich aber zurück zum Jakobsweg. Dort angekommen wollte ich mir eigentlich noch einen Stempel holen, gab es aber nicht. Die Kirchengemeinde hat Urlaub.mich sprach ein älterer Herr an, ob ich mir die Wallfahrtskirche ansehen möchte. Also hatte ich eine private Führung in der Wallfahrtskirche in Rötha. Ein ganz tolles Erlebnis. Nun hab ich 9 Kilometer hinter, und noch 13 vor mir. Ungeklärt ist noch die Übernachtung. Werde ich aber irgendwie hinbekommen.

Es war heute beschwerlich. Einzig meine Knieprobleme sind schuld.

Meine heutige Unterkunft ist in Borna.

In Wyhra war die Unterkunft die im Pilgerführer steht mal wieder jenseits von gut und böse. Borna ist schön, viel altes, verfallenes, sozialistische Einheitsbauten und neues. Wobei ich nicht weiß was schlimmer ist, DDR Bauten oder Neubauten. Passt beides nicht ins Stadtbild.

Diese Unterkunft „ Pension Altstadt Borna“ in Borna ist das bisher absolute Highlight meines Weges. Sowas von Sauber, freundlich ( vor allen Dingen) und Wäscheservice zu moderaten Preisen. Pilger sind willkommen. Hat man ja auch nicht oft. Seid ihr mal mit dem Rad unterwegś, Bed & Bike haben die auch.

Ok, i go to take a shower … und dann essen.

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